0100110110110001001110010100110111000010101010111011110102                               42                                   

Nistkästen für Meise, Spatz und Co selbstgemacht

Datum: 14. Mai / 2017

Nistkästen für Meise, Spatz und Co selbstgemacht

Quelle: 

http://region-hannover.bund.net/themen_und_projekte/naturgarten/vogelfreundlicher_kleingarten/meisenkasten/

Blau- und Kohlmeisen, Sperlinge und Grauschnäpper sind Höhlenbrüter, d.h. sie brauchen einen Nistplatz, der nur durch ein Einflugloch mit einem Durchmesser von 26 bis maximal 32 mm zu erreichen ist und ihre Brut vor Wetter und Räubern schützt. Andere Vögel wie Haus- und Gartenrotschwanz sind Halbhöhlenbrüter und benötigen größere Einflugbereiche. Nachtigallen, Drosseln und Zaunkönige (siehe BUND Information zum Zaunkönig) sind hingegen Freibrüter und bauen sich aus Nistmaterial, dass sie in der Natur suchen, eigene Nester in dichten Hecken oder im Schutz vom Unterholz. Im folgenden stellen wir eine Bauanleitung für Meise und Spatzen vor, jedoch …

… ein Nistkasten allein macht noch keinen Frühling

Wer Meisen oder Sperlingen im Garten oder am Haus ein Heim schaffen möchte, sollte ihnen gleichzeitig auch einen „gedeckten Tisch“ bereiten. Denn ein Nistkasten allein hilft einem Meisenpaar mit Jungen aus Gelegen von bis zu 16 Eiern noch nicht, die Brut erfolgreich großzuziehen. Deshalb sollten in Vorgarten und Garten verschiedene heimische Gehölze gepflanzt sein und auf Exoten – wie z.B. die überall in Baumärkten angebotenen Koniferen – verzichtet werden, die keinen Lebensraum für Insekten bieten. Ein Meisenpaar mit seiner Nachkommenschaft vertilgt nämlich in einem Jahr 120 Mio. Insekteneier oder 150.000 Raupen. Das sind ca. 75 kg Insekten. Außerdem brauchen viele Vögel Samen, Körner und Wildfrüchte als Nahrung, die ihnen hiesige Blütenpflanzen, Sträucher und Bäume bieten.

Bauanleitung für einen Meisenkasten

Für den Nistkastenbau wird ausschließlich naturbelassenes Holz verwendet. Ideal ist Schalholz oder Rauspund (Fichte, Kiefer), wie es direkt bei Sägewerken oder Holzhandlungen zu beziehen ist. In Baumärkten ist 24 mm dickes Spund- oder Schalholz nicht erhältlich. Da bei diesem Material die tatsächlichen Brettbreiten vom Nennmaß abweichen können (z.B. 115 mm bei 120 Nennmaß) und außerdem noch seitlich an den Brettern Borkenpartien vorhanden sein können, sind die Brettbreiten entsprechend größer gewählt worden, um beim Zuschnitt einwandfreie Teile zu erhalten. Eine Dicke von 24 mm ist erforderlich, um die Brut vor Wind und Wetter und möglichen Frösten zu schützen. Die im Handel oft angebotenen dünnwandigen Nistkästen sind daher ungeeignet.

Materialbedarf

Holz: Schalung 24 mm dick, sägerau

  • Verschluss: z.B. Wechselrahmen – Feder
  • Drehbolzen: Rundstab aus Buchenholz Ø 6 mm
  • Nägel: Ø  2,2 x 55 und Ø 3 x 65 (für Dachbefestigung im Hirnholz)
  • Schraub-Ösen für Aufhängung
  • Drahtbügel – Bügel von Farbeimern – selbst gebogen

 

 
 

Materialbedarf Holz im Detail:

Schalung 24 mm dick – 200 mm breit

Rückwand:

A

275+10=285

Dach:

200+10=210

Schalung 24 mm dick – 160 mm breit

Seitenwände:

B+B

270+240+15=525

Schalung 24 mm dick – 140 mm breit

Boden 

C

120+10=130

Vorderwand

D

240+10=250

Der Zusammenbau

Der Zusammenbau sollte sehr sorgfältig erfolgen: d.h. die Einzelteile müssen exakt ausgesägt und die Hinterwand oben leicht angeschrägt werden, damit das Dach passgenau aufgenagelt werden kann.

Ggf. wird vor dem Nageln mit einem sehr feinen Bohrer vorgebohrt, um ein Aufreißen des Holzes zu vermeiden. Die Seitenteile müssen dort, wo der Buchenstab eingebracht wird, übereinander gelegt und genau an derselben Stelle (6 mm) vorgebohrt werden. Holzleim für die Buchenstäbe kommt nur in das Vorderteil. Die Vorderklappe lässt sich so gut zum jährlichen Reinigen (August/September) öffnen. Zum Schließen eignet sich eine Wechselrahmenfeder. Um den Kasten an der Hauswand oder frei hängend am Baum (damit keine Räuber an die Brut gelangen) anzubringen, wird ein ausgedienter Bügel von einem Farbeimer gleichmäßig zusammengebogen und an 2 Ösen oben an den Seitenteilen eingeschraubt. Auch hier ist eine Vorbohrung sinnvoll. Eine sehr gute Verarbeitung ist wichtig, um Zugluft im Brutraum zu verhindern und damit die Nistkästen viele Jahre halten. 



Leave a Reply